Widerliche Chats von Gewerkschaftsangestellten belegen heuchlerische Doppelmoral der Gewerkschaft
Nach der umstrittenen Bildungsreise der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) nach Bosnien in Zusammenhang mit „SOS-Balkanroute“ sorgt nun eine weitere Causa rund um die Gewerkschaftsjugend für Empörung. Bekannt gewordene Chatnachrichten aus einer Gruppe der GPA-Jugend enthalten laut Medienberichten verstörende Inhalte und werfen schwerwiegende Fragen zur politischen und moralischen Verantwortung der Verantwortlichen auf. „Wenn sich Funktionäre oder Mitarbeiter der Gewerkschaftsjugend über Menschen mit Behinderungen, frauenverachtenden, rassistischen und sexistischen Inhalten lustig machen und derartige Inhalte über längere Zeit in Chatgruppen geteilt werden, dann ist das schlicht abstoßend. Die Gewerkschaft, die sonst ständig als Moralapostel auftritt und andere belehrt, hat damit jede Glaubwürdigkeit verloren“, kritisiert der Landesobmann der Freiheitlichen Arbeitnehmer Oberösterreich (FA) , AK-Vorstandsmitglied Mag. Gerhard Knoll.
Besonders schwer wiegt aus Sicht der Freiheitlichen Arbeitnehmer, dass die damalige GPA-Jugendsekretärin aus Oberösterreich und spätere Angestellte der GPA Oberösterreich, Emira M., laut den bekannt gewordenen Informationen entsprechende Inhalte in einer GPA-Chatgruppe geteilt haben soll. Ebenso stelle sich die Frage nach der Verantwortung der damaligen GPA-Bundesjugendvorsitzenden Isabella H., unter deren Zuständigkeit diese Vorgänge stattgefunden haben sollen. Für die Freiheitlichen Arbeitnehmer wirft die Causa jedoch auch Fragen hinsichtlich des Umgangs mit Mitgliedsbeiträgen und öffentlichen Mitteln auf. „Es muss lückenlos aufgeklärt werden, ob finanzielle Mittel der Arbeiterkammer – und damit Pflichtmitgliedsbeiträge der Arbeitnehmer – für Aktivitäten der Gewerkschaftsjugend verwendet wurden. Das betrifft sowohl die umstrittene Bildungsreise nach Bosnien als auch Seminare und Veranstaltungen der GPA-Jugend“, fordert Knoll.
Der FA-Landesobmann verweist darauf, dass AK-Präsident Andreas Stangl aus der GPA stammt und laut Homepage der GPA weiterhin deren karenzierter Landesgeschäftsführer sein soll. Zudem sitzt GPA-Landesgeschäftsführer Gerstmayr im Vorstand der Arbeiterkammer Oberösterreich. „Der AK-Vorstand hat in seiner Sitzung vom 22. Juni gegen die Stimmen der Freiheitlichen Arbeitnehmer Subventionen in Höhe von beinahe 300.000 Euro an die Fachgewerkschaften beschlossen. Daher ist die Frage berechtigt, ob Pflichtmitgliedsbeiträge der Arbeitnehmer auch für Aktivitäten der GPA-Jugend generell, aber auch speziell in diesen Angelegenheiten verwendet wurden.“
Bereits bei der jüngsten Vollversammlung der Arbeiterkammer habe Knoll den AK-Präsidenten öffentlich zu einer Stellungnahme zur Causa Gewerkschaftsjugend ÖGJ aufgefordert. „Andreas Stangl verweigerte jede inhaltliche Antwort. Diese demonstrative Gesprächsverweigerung wirft zusätzliche Fragen auf und wird der Verantwortung des Präsidenten der Arbeiterkammer nicht gerecht“, so Knoll, der mit Nachdruck seine Forderung vorbrachte: „Eine umfassende Aufklärung ist ebenso überfällig wie auch eine klare Stellungnahme des aus der GPA stammenden AK-Präsidenten Andreas Stangl. Die Arbeitnehmer haben ein Recht darauf zu erfahren, wie mit ihren Pflichtmitgliedsbeiträgen umgegangen wird und welche Konsequenzen aus diesen Vorfällen gezogen werden. Wer ständig moralische Maßstäbe für andere aufstellt, muss sich auch selbst daran messen lassen.“
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